Bischof Ermenrich von Passau (Amtszeit nach 865–874) und seine „Epistola ad Grimoldum“. Mönch, Gelehrter und Bischof am Ende der karolingischen Epoche

Aktivität: VorträgeVortragScience to Science

Beschreibung

Der aus der alemannischen Aristokratie stammende Passauer Bischof Ermenrich, dessen Todestag vom 26.12.874 sich im letzten Jahr zum 1150. Mal gejährt hat, wird in der Forschung meistens als Mönch des Klosters Ellwangen erwähnt und als Verfasser einer gelehrten Schrift, die er Abt Grimold von St. Gallen gewidmet hat. Die „Epistola ad Grimoldum“ war also auch eine persönliche Empfehlung Ermenrichs in Hinblick auf seine weitere, von ihm angestrebte Karriere, etwa im Reichsdienst als Bischof oder als Abt eines Klosters oder im Konvent von St. Gallen als Prior oder Leiter der Klosterschule. Es handelt sich bei dieser Schrift um keinen gewöhnlichen Brief, sondern um ein umfangreiches Prosawerk mit einzelnen Texten in Versform, die Ermenrich planvoll mit antiker Verskunst kontextualisiert oder an das Ende seiner Schrift gesetzt hat. Er schließt nämlich mit theologischen Ausführungen und einem Hymnus über die göttliche Trinität ab, der unmittelbar in den Beginn zu einer neuen Vita des hl. Gallus in Versform mündet. Mit diesem Konzept bewies er nicht nur seine Kenntnisse als Gelehrter und Lehrender des traditionellen Wissenskanons der „septem artes liberales“, welcher seit der Spätantike in den monastischen Zentren des Abendlandes gelehrt wurde, sondern auch seine Kompetenz als Theologe und Hagiograph seiner Zeit.
Zeitraum5 Nov. 2025
Gehalten amUniversität Passau, Deutschland
BekanntheitsgradInternational

Schlagwörter

  • Karolingisches Bildungswesen
  • Bistum Passau
  • Kodikologie