Beschreibung
Nach den nationalen Metropolen haben Immobilieninvestoren die regionalen Groß- und Mittelstädte entdeckt. Zuletzt sind auch Kleinstädte zu Orten der Kapitalanlage geworden, vor allem solche mit touristischem Potenzial.Gmunden am Traunsee, mit einer seit 1950 gleichbleibenden Einwohnerzahl von 12.000-13.000 Personen, hat in den letzten Jahren einen außerordentlichen Bauboom erfahren, der mit lokaler Nachfrage nicht zu erklären ist. Seine Strukturen, die beteiligten Bauträger, Planer, Financiers, Wohnungskäufer - und die Auswirkungen auf den lokalen Wohnungsmarkt sollen in diesem Vortrag dargestellt werden, ebenso wie die Reaktionen von Stadt- und Landespolitik.
Abseits vom boomenden Wohnungsneubau bietet der Gmundner Wohnungsbestand den Mix einer österreichischen Bezirksstadt: vorindustrielle Stadthäuser, Gründerzeitvillen und Werkswohnungen, gemeinnützige Wohnhausanlagen in Miete und Eigentum, und Eigenheime – alle viel preisgünstiger als der jüngste, frei finanzierte Wohnungsbau. Die Schließung des „rent gap“ bzw. Preisgap zwischen Bestand und Neubau bestimmt das aktuelle Angebot an Gebrauchtwohnungen.
Neben empirischen Befunden über einen kleinräumigen Wohnungsmarkt, über den viel Insiderwissen, aber nur wenige neutrale Informationen vorliegen, soll in diesem Vortrag auch der Frage nachgegangen werden, ob sich auch auf der Ebene einer Kleinstadt „urban housing regimes“ feststellen lassen – lokale Netzwerke von staatlichen, privatwirtschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren. Eine Dominanz der Immobilienwirtschaft vor Ort sowie das Vorhandensein eingespielter Wohnbauregime auf der Landes- oder auch Bundesebene sprechen eher gegen diese Annahme.
| Zeitraum | 7 Nov. 2023 |
|---|---|
| Ereignistitel | Stadt, Land, Wohnen. Regionale Wohnungsmärkte zwischen Boom und Krise |
| Veranstaltungstyp | Konferenz |
| Ort | Salzburg, ÖsterreichAuf Karte anzeigen |
| Bekanntheitsgrad | National |