Japan durch die Linse digitaler Spiele: Zur japanologische Videospielanalyse am Beispiel von NieR: Automata (2017)

Aktivität: VorträgeVortragScience to Science

Beschreibung

Videospiele haben sich in den letzten Jahrzehnten global als eine der größten Medienformen etabliert, ebenso sind die game studies als Disziplin der wissenschaftlichen Beschäftigung mit digitalen Spielen seit der Jahrtausendwende stark gewachsen und haben sich vielerorts institutionalisiert. Für die Japanologie als Regionalwissenschaft bieten die game studies eine
weitere mögliche Form der kulturwissenschaftlichen Forschung in der multidisziplinären Beschäftigung mit Japan. Dieser Vortrag beschäftigt sich mit den Herausforderungen einer kulturwissenschaftlichen Spieleanalyse sowie den Möglichkeiten und Hürden, Videospiele als Teil der Gesellschaft und Alltagskultur Japans zu verstehen. Dafür bezieht sich der Vortrag beispielhaft auf meine Masterarbeit, welche das 2017 erschienene NieR: Automata (Platinum Games) auf sein postapokalyptisches Szenario untersucht. In der Arbeit wird gefragt, wie sich
sein spezifisches Szenario des Weltunterganges gegenüber einem weiteren Kontext der japanischen Science-Fiction und ihrer Themen positioniert. Dabei betrachtet die Analyse neben der Handlung des Spiels vor allem auch die Spielanzeige und die Vermittlung zwischen Avatar und Spieler*in, die Spielwelt und das Leveldesign, sowie die zyklische Struktur des Spiels. Es wird gezeigt, wie das Spiel Katastrophe als allgegenwärtige, wiederkehrende Erfahrung konstruiert, welche nicht durch äußere Bedrohungen, sondern durch das innere Selbst reproduziert wird. Darüber hinaus reflektiert das Spiel die Verwundbarkeit und
Vergänglichkeit digitaler Identitäten, bietet aber durch seine digitalen Netzwerkfunktionen Spieler*innen auch die Möglichkeit zu kollektiver, utopischer Aktion auf globaler Ebene.
Zeitraum8 Dez. 2025
Gehalten amJohann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, Deutschland
BekanntheitsgradInternational