Persönliches Profil
Forschungsinteressen
Veronika Siegl ist Sozialanthropologin und Geschlechterforscherin. Sie forscht zu Fragen rund um Ethik, Ungleichheit und Selbstbestimmung im Kontext von Reproduktionsmedizin.
In ihrem Postdoc-Projekt interessiert sich Veronika für die Verhandlung von Leben und Tod im Kontext selektiver Schwangerschaftsabbrüche in Österreich – vor dem Hintergrund medizinischer Diskurse und Technologien, sozio-kultureller Verständnisse von Gesundheit und Behinderung/ability, prognostischer Unsicherheiten, vager rechtlicher Regulierung sowie der körperlichen Materialität des toten/sterbenden Fötus.
Ihre Doktorarbeit (Universität Bern, 2018) befasste sich mit kommerzieller Leihmutterschaft in Russland und der Ukraine und analysierte einen von Geheimnissen, Misstrauen und anonymen Geschäftsbeziehungen geprägten Markt. In der darauf aufbauenden Monografie "Intimate Strangers" (Cornell UP, 2023) untersucht Veronika Formen „ethischer Arbeit“, durch die die umstrittene Praxis kommerzieller Leihmutterschaft verstanden, beurteilt, legitimiert und kontrolliert wird. Das Buch zeigt, wie durch diese ethische Arbeit bestimmte „Wahrheiten“ hergestellt und zirkuliert werden, die einen integralen Bestandteil des Leihmutterschaftsmarktes darstellen und seine Ausbreitung fördern. Das Buch gewann 2025 den Sharon Stephens Prize der American Ethnological Society.
Veronika Siegl ist Senior Scientist am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie und Ko-Koordinatorin des Forschungsverbunds Gesundheit in Gesellschaft.
Preise und Auszeichnungen
Sharon Stephens Prize (American Ethnological Society, 2025)
Fakultätspreis (Phil.-hist. Fakultät, Universität Bern, 2018)
Barbara-Lischetti-Preis (Universität Bern, 2018)
Fingerprint
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