Fragmentierte Beschäftigung migrantischer Arbeitnehmer:innen

Projekt: Forschungsförderung

Projektdetails

Abstract

Seit dem Ende der pandemiebedingten Einschränkungen wird in vielen Branchen verstärkt ein Fach- bzw. Arbeitskräftemangel beklagt. Dies trifft insbesondere auch auf Felder zu, in denen unsichere, atypische Beschäftigung und prekäre Arbeitsbedingungen dominieren. Dabei sind insbesondere in sogenannten „systemrelevanten“ Sektoren überdurchschnittlich viele migrantische Arbeiter:innen tätig – von der Altenpflege bis zu Paketdiensten, von der Landwirtschaft und der Lebensmittelproduktion bis zum Einzelhandel. Allerdings zeigt sich gerade in diesen Sektoren der in der arbeitssoziologischen Forschung – wie beispielweise dem Machtressourcenansatz – konstatierte positive Zusammenhang zwischen Arbeitskräfteknappheit bzw. -mangel und einer gestiegenen Verhandlungsmacht von Beschäftigten gegenüber ihren Arbeitgeber:innen, höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen häufig nicht. Trotz der in Österreich im internationalen Vergleich relativ guten arbeitsrechtlichen Regulierung sowie einer, wenn auch Zäsuren erlebenden, starken Sozialpartnerschaft kommt es außerdem gerade in „migrantisierten“ Arbeitsfeldern regelmäßig zu Überschreitungen der gesetzlichen Bestimmungen.
Ziel des Forschungsprojekts ist es, am Beispiel von Leiharbeit, der Beschäftigung in Sub- und Sub-Subunternehmen oder über Werkverträge als (Schein-)Selbstständige Beschäftigte in der Paketlogistik zu untersuchen, warum es trotz Arbeitskräftemangel oft nicht zu einer gestiegenen Verhandlungsmacht von Beschäftigten kommt bzw. ob und unter welchen Bedingungen es Anzeichen für eine steigende Verhandlungsmacht gibt. Das explorative Forschungsprojekt verfolgt ein qualitatives Design, anhand dessen Daten zur Situation von Migrierten in fragmentierter Beschäftigung sowie ihren (institutionellen)
Rahmenbedingungen in Österreich erhoben werden.
KurztitelFRAMA
StatusAbgeschlossen
Tatsächlicher Beginn/ -es Ende1/02/2331/12/23