Abstract
Die COVID-19-Pandemie und alle Krisenszenarien der letzten Jahre haben uns vor allem auch eines vor Augen geführt: dass die Vorstellungen, die wir uns zuvor von möglichen Apokalypsen gemacht hatten, höchst unzureichend waren. Die vielen reißerischen Filme und Bücher vom Weltuntergang ‚offenbarten‘ sich weitgehend als das, was sie immer schon waren, nämlich als auf die Standards des Massenkonsums ausgerichtete Unterhaltungsprodukte. Weder hatten sie derartige Szenarien vorhergesagt, noch konnten sie Wesentliches zur Lösung beitragen. Stattdessen kam es zu Situationen, die der Philosoph Jürgen Habermas in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau Mitte 2020 treffend so kommentierte: „So viel Wissen über unser Nichtwissen und über den Zwang, unter Unsicherheit handeln und leben zu müssen, gab es noch nie.“
Man erfuhr damit, dass wie jedes weitere Wissen auch jenes um Geschichte alles andere als eine ausgemachte Sache ist: dass es keine natürliche Linearität einer Gesamtgeschichte gibt, die irgendwo festgeschrieben wäre und dem Lauf der Zeit folgt, auf der wir uns also geruht treiben lassen könnten. Wir alle wurden vielmehr Zeuge davon, dass Geschichte im Grunde kontingent ist, unvorhersehbar, sprunghaft, in diese oder jene Richtung gestaltbar, ihre ZUKUNFT offen (warum sollten sich Dinge nicht ebenso schlagartig zum Besseren entwickeln können?). Und wir mussten auch erfahren, dass es keine selbstverständliche gemeinsame Geschichte und damit auch keine selbstverständliche gemeinsame ZUKUNFT gibt.
Man erfuhr damit, dass wie jedes weitere Wissen auch jenes um Geschichte alles andere als eine ausgemachte Sache ist: dass es keine natürliche Linearität einer Gesamtgeschichte gibt, die irgendwo festgeschrieben wäre und dem Lauf der Zeit folgt, auf der wir uns also geruht treiben lassen könnten. Wir alle wurden vielmehr Zeuge davon, dass Geschichte im Grunde kontingent ist, unvorhersehbar, sprunghaft, in diese oder jene Richtung gestaltbar, ihre ZUKUNFT offen (warum sollten sich Dinge nicht ebenso schlagartig zum Besseren entwickeln können?). Und wir mussten auch erfahren, dass es keine selbstverständliche gemeinsame Geschichte und damit auch keine selbstverständliche gemeinsame ZUKUNFT gibt.
| Originalsprache | Deutsch |
|---|---|
| Seiten (von - bis) | 2-4 |
| Seitenumfang | 3 |
| Fachzeitschrift | Zukunft. Die Diskussionszeitschrift für Politik, Gesellschaft und Kultur |
| Publikationsstatus | Veröffentlicht - 15 Juni 2025 |
ÖFOS 2012
- 506013 Politische Theorie