Aktivitäten pro Jahr
Abstract
An der Universität Wien wurden mit der Machtübernahme des Nationalsozialismus 1938 über 2.700 vorwiegend jüdische Angehörige der Universität aus ‚rassischen’ und/oder ‚politischen’ Gründen entlassen und in der Folge vertrieben und/oder ermordet.
Über 70 Jahre nach dem sogenannten „Anschluß“ erinnert die Universität Wien seit 2009 an dieses Unrecht und ist sich zugleich der Mitverantwortung für dieses unfassbare Leid bewusst, das auch den Angehörigen der Universität Wien damals zugefügt wurde. Die Namen der entlassenen, vertriebenen und entrechteten Frauen und Männer sind in diesem Gedenkbuch erstmals verzeichnet. Die Opfer des Nationalsozialismus an der Universität Wien, unter Einschluss der inzwischen selbstständig gewordenen großen Medizinischen Fakultät, werden so Teil des kollektiven Gedächtnis- und Erinnerungsraumes der Universität.
Das Projekt besteht aus dem handgeschriebenen Gedenkbuch, das im Denk-Mal Marpe Lanefesch (dem ehemaligen jüdischen Betpavillon des alten AKH) am Campus der Universität Wien aufbewahrt wird, sowie aus einem Online-Gedenkbuch, das die Ebenen von Gedenken und Forschung verbindet.
Es umfasst derzeit rund 1.790 Namen vertriebener Studierender, 234 Namen Betroffener von Aberkennungen akademischer Grade und rund 220 Namen von vertriebenen ProfessorInnen und DozentInnen. Neben Kurzbiografien der Betroffenen werden nach Möglichkeit auch Fotografien, Dokumente und lebensgeschichtliche Erinnerungen online gestellt.
Das Gedenkbuch versteht sich als „work in progress“ – trotz jahrelanger intensiver wissenschaftlicher Recherchen ist es kein abgeschlossenes Werk, vielmehr Dokument und Anlass zur Erinnerung. Es befindet sich in einem offenen Forschungsprozess, der in der Zukunft hoffentlich auch die Namen jetzt noch nicht bekannter und genannter Opfer des Nationalsozialismus zu Tage fördern wird und sie Teil dieses Gedenkbuches werden lässt. In diesem Sinne sind die Projektverantwortlichen dankbar für entsprechende Hinweise. Das Gedenkbuch wird laufend aktualisiert und ergänzt. Das Internet bietet die Möglichkeit eines universellen und ortsunabhängigen Zugangs zum Gedenkbuch. Eine bei jedem Eintrag prominent platzierte integrierte Feedbackfunktion dient als Schnittstelle für einen Austausch mit Angehörigen von Betroffenen und zur weiteren Vervollständigung der Forschungen.
Über das Online-Gedenkbuch hat sich seit 2009 ein reger Austausch mit der Kinder- und Enkelgeneration der Vertriebenen ergeben. Mit ihrer Hilfe konnte das Redaktionsteam laufend weitere (Bildungs-)Biografien Vertriebener festhalten, erweitern und bekannt machen. . Wissen, persönliche Erinnerungen und Dokumente aus dem privaten bzw. familialen Gedächtnis können so mit den Ergebnissen klassischer historischer Forschung in Verbindung gebracht werden und diese auch verändern. Von den Angehörigen Betroffener wird das Gedenkbuch in seiner individuellen Ehrungs- und Andenkens-Funktion sehr geschätzt, von Studierenden und Forschenden auch als Quelle für Forschungen.
Über 70 Jahre nach dem sogenannten „Anschluß“ erinnert die Universität Wien seit 2009 an dieses Unrecht und ist sich zugleich der Mitverantwortung für dieses unfassbare Leid bewusst, das auch den Angehörigen der Universität Wien damals zugefügt wurde. Die Namen der entlassenen, vertriebenen und entrechteten Frauen und Männer sind in diesem Gedenkbuch erstmals verzeichnet. Die Opfer des Nationalsozialismus an der Universität Wien, unter Einschluss der inzwischen selbstständig gewordenen großen Medizinischen Fakultät, werden so Teil des kollektiven Gedächtnis- und Erinnerungsraumes der Universität.
Das Projekt besteht aus dem handgeschriebenen Gedenkbuch, das im Denk-Mal Marpe Lanefesch (dem ehemaligen jüdischen Betpavillon des alten AKH) am Campus der Universität Wien aufbewahrt wird, sowie aus einem Online-Gedenkbuch, das die Ebenen von Gedenken und Forschung verbindet.
Es umfasst derzeit rund 1.790 Namen vertriebener Studierender, 234 Namen Betroffener von Aberkennungen akademischer Grade und rund 220 Namen von vertriebenen ProfessorInnen und DozentInnen. Neben Kurzbiografien der Betroffenen werden nach Möglichkeit auch Fotografien, Dokumente und lebensgeschichtliche Erinnerungen online gestellt.
Das Gedenkbuch versteht sich als „work in progress“ – trotz jahrelanger intensiver wissenschaftlicher Recherchen ist es kein abgeschlossenes Werk, vielmehr Dokument und Anlass zur Erinnerung. Es befindet sich in einem offenen Forschungsprozess, der in der Zukunft hoffentlich auch die Namen jetzt noch nicht bekannter und genannter Opfer des Nationalsozialismus zu Tage fördern wird und sie Teil dieses Gedenkbuches werden lässt. In diesem Sinne sind die Projektverantwortlichen dankbar für entsprechende Hinweise. Das Gedenkbuch wird laufend aktualisiert und ergänzt. Das Internet bietet die Möglichkeit eines universellen und ortsunabhängigen Zugangs zum Gedenkbuch. Eine bei jedem Eintrag prominent platzierte integrierte Feedbackfunktion dient als Schnittstelle für einen Austausch mit Angehörigen von Betroffenen und zur weiteren Vervollständigung der Forschungen.
Über das Online-Gedenkbuch hat sich seit 2009 ein reger Austausch mit der Kinder- und Enkelgeneration der Vertriebenen ergeben. Mit ihrer Hilfe konnte das Redaktionsteam laufend weitere (Bildungs-)Biografien Vertriebener festhalten, erweitern und bekannt machen. . Wissen, persönliche Erinnerungen und Dokumente aus dem privaten bzw. familialen Gedächtnis können so mit den Ergebnissen klassischer historischer Forschung in Verbindung gebracht werden und diese auch verändern. Von den Angehörigen Betroffener wird das Gedenkbuch in seiner individuellen Ehrungs- und Andenkens-Funktion sehr geschätzt, von Studierenden und Forschenden auch als Quelle für Forschungen.
| Titel in Übersetzung | Memorial Book for the Victims of National Socialism at the University of Vienna in 1938: Online-Database |
|---|---|
| Originalsprache | Deutsch |
| Medium | Online |
| Publikationsstatus | Veröffentlicht - 2009 |
ÖFOS 2012
- 601022 Zeitgeschichte
- 601016 Österreichische Geschichte
- 603123 Wissenschaftsgeschichte
- 601013 Museologie
Schlagwörter
- Universität Wien
- Nationalsozialismus
- Vertreibung
- Studierende
- Lehrende
- Opfer
Fingerprint
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- 2 Vortrag
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Bildungsbiografien und Emigration/Remigration. Die Wiener Studierenden von 1938 und das Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus an der Universität Wien 1938
Kniefacz, K. (Vortragende*r)
20 Feb. 2015Aktivität: Vorträge › Vortrag › Andere
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Projekte des Forums 'Zeitgeschichte der Universität Wien'
Kniefacz, K. (Vortragende*r)
9 Jan. 2014Aktivität: Vorträge › Vortrag › Andere
Publikationen
-
Elfriede Theresia Pichler, verh. Dubois
Posch, H. & Kniefacz, K., Apr. 2018, Biografien bedeutender österreichischer Wissenschafterinnen: "Die Neugier treibt mich, Fragen zu stellen". Korotin, I. & Stupnicki, N. (Hrsg.). Wien, Köln, Weimar: Böhlau Verlag, S. 676-682Veröffentlichungen: Beitrag in Buch › Beitrag in Buch/Sammelband › Peer Reviewed
Open Access -
Emigration/Remigration in den Bildungsbiografien der 1938 vertriebenen Studierenden: Das Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus an der Universität Wien 1938
Kniefacz, K. & Posch, H., 2017, Bilderbuch-Heimkehr? Remigration im Kontext. Prager, K. & Straub, W. (Hrsg.). Wuppertal: Arco Verlag GmbH, S. 231-242 (Arco Wissenschaft, Band 30).Veröffentlichungen: Beitrag in Buch › Beitrag in Konferenzband
-
Vertreibungspolitik an der Universität Wien in den 1930er und 1940er Jahren
Kniefacz, K. & Posch, H., 2017, „Säuberungen” an österreichischen Hochschulen 1934–1945.: Voraussetzungen, Prozesse, Folgen. Koll, J. (Hrsg.). Wien: Böhlau Verlag, S. 123-151Veröffentlichungen: Beitrag in Buch › Beitrag in Buch/Sammelband › Peer Reviewed