Abstract
„Im Mittelpunkt von Geographie und Wirtschaftskunde steht der Mensch“ – mit diesem unglaublich einfachen und doch wirkungsvollen Satz wurde der Lehrplan der österreichischen Sekundarstufe I schon im Jahr 2000 eingeleitet. Verbunden mit Wolfgang Sittes Definition des Faches als „ein doppelpoliges Zentrierfach unter dem Gesichtspunkt der Politischen Bildung“ könnte man die Frage um den Beitrag des Unterrichtsfaches Geographie und wirtschaftliche Bildung (GW) zum Gesellschaftlichen Lernen an dieser Stelle beenden und dem Unterrichtsfach Geographie und Wirtschaftliche Bildung – sowie den vergleichbaren Teilen des Sachunterrichts – einen wesentlichen Beitrag attestieren.
Dies wäre jedoch aus mehreren Gründen zu kurz gegriffen und zu oberflächlich argumentiert, wie in den folgenden Abschnitten ausgeführt wird. Denn erstens wurden die genannten programmatischen Ansprüche in den curricularen Vorgaben in der Schulpraxis lange sehr unterschiedlich umgesetzt; zweitens wurde empirisch belegt, dass die Übernahme der Lehrplanvorgaben eher langsam erfolgte; drittens waren fachlich-paradigmatische Setzungen in den Lehrplänen bis in das späte 20. Jahrhundert nicht geeignet, politische Bildung, gesellschaftliches Lernen oder eine Bildung zur Mündigkeit zu befördern. Und viertens hatte sich die wissenschaftliche Disziplin Geographie in Folge der unrühmlichen Rolle von Fachvertreter:innen während des Nationalsozialismus begründeter Weise lange Zeit von einer „politischen Geographie“ ferngehalten und sich diese im deutschsprachigen Raum erst ab den 1990-er Jahren mit neuen Konzeptionen rekonstituiert.
Dies wäre jedoch aus mehreren Gründen zu kurz gegriffen und zu oberflächlich argumentiert, wie in den folgenden Abschnitten ausgeführt wird. Denn erstens wurden die genannten programmatischen Ansprüche in den curricularen Vorgaben in der Schulpraxis lange sehr unterschiedlich umgesetzt; zweitens wurde empirisch belegt, dass die Übernahme der Lehrplanvorgaben eher langsam erfolgte; drittens waren fachlich-paradigmatische Setzungen in den Lehrplänen bis in das späte 20. Jahrhundert nicht geeignet, politische Bildung, gesellschaftliches Lernen oder eine Bildung zur Mündigkeit zu befördern. Und viertens hatte sich die wissenschaftliche Disziplin Geographie in Folge der unrühmlichen Rolle von Fachvertreter:innen während des Nationalsozialismus begründeter Weise lange Zeit von einer „politischen Geographie“ ferngehalten und sich diese im deutschsprachigen Raum erst ab den 1990-er Jahren mit neuen Konzeptionen rekonstituiert.
| Originalsprache | Deutsch |
|---|---|
| Titel | Gesellschaftliches Lernen |
| Untertitel | Perspektiven - Erfahrungen - Entwicklungen |
| Redakteure*innen | Wolfgang Buchberger, Manfred Oberlechner-Duval |
| Erscheinungsort | Frankfurt/Main |
| Verlag | Wochenschauverlag Wissenschaft |
| Seiten | 158-184 |
| Auflage | 1 |
| ISBN (Print) | 978-3-7344-1728-3 |
| Publikationsstatus | Veröffentlicht - 2025 |
ÖFOS 2012
- 503006 Bildungsforschung
- 503007 Didaktik
Schlagwörter
- Gesellschaftliches Lernen
Zitationsweisen
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