Kinder: Lust oder Last? Effekte von Kindern auf das persönliche Wohlbefinden der Eltern

Bernhard Riederer

Veröffentlichungen: Sonstige VeröffentlichungSonstiges

Abstract

Vor dem Hintergrund öffentlicher wie wissenschaftlicher Debatten um geringe Geburtenraten und Probleme der Vereinbarkeit von Familie und Beruf untersucht die Arbeit den Zusammenhang zwischen Kindern und dem persönlichen Wohlbefinden. Die Ansicht, dass Kinder positiv zum Leben beitragen, ist weit verbreitet. Dennoch kommt die Forschung zum Schluss, dass Kinder nicht besonders wichtig für das Wohlbefinden wären. Kinder würden sich in modernen westlichen Gesellschaften – wenn überhaupt – sogar negativ darauf auswirken. Eine genauere Betrachtung des Forschungsstandes zeigt jedoch, dass einige Untersuchungen positive und andere negative Effekte von Kindern berichten.
Um zur Erklärung der Variation in den bisherigen empirischen Befunden beizutragen, werden in Anlehnung an die sozialökologische Theorie im Rahmen eines Mehrebenenansatzes zentrale Faktoren auf Individual-, Paar- und Gesellschaftsebene diskutiert, die den Zusammenhang zwischen Kindern und dem Wohlbefinden modifizieren könnten. Die in der Diskussion gewonnenen Hypothesen werden anhand der Daten der Europäischen Wertestudie 2008/2009 (Individualdaten von kinderlosen Personen und Eltern aus 30 Nationen) und des Projekts Familienarbeit 2006 (Paardaten von Eltern aus drei Nationen) einer empirischen Prüfung in Mehrebenen- und in Strukturgleichungsmodellen unterzogen.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass sowohl individuelle als auch kontextuelle Faktoren den Effekt von Kindern auf das Wohlbefinden systematisch beeinflussen. Dazu zählen auf Individualebene vor allem das Alter (als Indikator für den Lebensabschnitt) und der Partnerschaftsstatus einer Person. Auf gesellschaftlicher Ebene sind in erster Linie durch den Wohlfahrtsstaat geprägte Kinderbetreuungsarrangements und innerhalb einer Nation dominierende Wertvorstellungen relevant. Wichtig erscheint zudem der Befund, dass sich Belastungen durch Kinder, die zunächst die Frau betreffen, über die Beziehung auch auf den Mann auswirken.
OriginalspracheDeutsch
Seitenumfang540
PublikationsstatusUnveröffentlicht - Mai 2013

ÖFOS 2012

  • 504 Soziologie
  • 504011 Familienforschung
  • 501021 Sozialpsychologie

Schlagwörter

  • Kinder
  • Elternschaft
  • Kinderlosigkeit
  • Wohlbefinden
  • Glück
  • Zufriedenheit

Zitationsweisen