Abstract
Während der Coronapandemie haben sich die ohnehin schon von Personal- und Zeitmangel geprägten Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte weiter verschärft und es hat sich ein Diskurs über moralische Verletzungen entfacht. In diesem Beitrag untersuchen wir, wie solche Erfahrungen artikuliert werden. Dazu werten wir Twitter-Daten zum Thema ,moralischverletzt‘ mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse aus. Unsere Ergebnisse zeigen, dass Konflikte zwischen einem ethischen (Berufs-)Anspruch und dem praktischen Berufsalltag zu einem Gefühl moralischer Verletzung führen, das über materielle Bedingungen hinausgeht. Es geht nicht nur um Geld- oder Zeitmangel, sondern auch um Brüche in Normen und sozialen Reziprozitätsgefügen. Die Verletzungswahrnehmung bezieht sich auf den auf einem Professionalitätsanspruch beruhenden Leistungswert, gute Pflege leisten zu wollen, doch dies aufgrund von Zeitdruck, Ressourcenmangel oder strukturellen Hindernissen nicht umsetzen zu können.
| Titel in Übersetzung | #morally injured – Professional Ethical Demands and the Articulation of Care Workers' Collective Experiences of Injustice During the Corona Pandemic |
|---|---|
| Originalsprache | Deutsch |
| Seiten (von - bis) | 29-46 |
| Seitenumfang | 18 |
| Fachzeitschrift | Zeitschrift für Soziologie |
| Jahrgang | 54 |
| Ausgabenummer | 1 |
| DOIs | |
| Publikationsstatus | Veröffentlicht - 21 Feb. 2025 |
ÖFOS 2012
- 504002 Arbeitssoziologie
Schlagwörter
- (In)Justice
- Care Work
- Moral Economy
- Moral Injuries
- Qualitative Content Analysis
- Welfare State
Fingerprint
Untersuchen Sie die Forschungsthemen von „#moralischverletzt – Berufsethische Ansprüche und die Artikulation kollektiver Ungerechtigkeitserfahrungen von Pflegekräften während der Coronapandemie“. Zusammen bilden sie einen einzigartigen Fingerprint.Zitationsweisen
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