The Use of Forensic DNA Phenotyping in Predicting Appearance and Biogeographic Ancestry

Titel in Übersetzung: Erweiterte forensische DNA-Analyse zur Vorhersage von Aussehen und biogeografischer Herkunft

Peter M. Schneider, Barbara Prainsack, Manfred Kayser

Veröffentlichungen: Beitrag in FachzeitschriftReviewPeer Reviewed

Abstract

Hintergrund: Personen, deren DNA-Identifizierungsmuster (STR-Profil) den Ermittlungsbehörden noch nicht bekannt sind, können mit der derzeit praktizierten forensische DNA-Analyse (STR-Profilanalyse) nicht identifiziert werden. Vor dem Hintergrund der öffentlichen Diskussion zur Legalisierung einer so genannten erweiterten forensischen DNA-Analyse (insbesondere in Deutschland) stellen wir hier deren wissenschaftliche Grundlagen, gesellschaftlichen Aspekte, forensische Nutzungsmöglichkeiten und verfügbaren Analyseverfahren dar.
Methode: Selektive Literaturrecherche in PubMed und öffentlich zugänglichen Medien unter Berücksichtigung eigener Forschungsergebnisse.
Ergebnisse: Für Augen-, Haar- und Hautfarbenkategorien sowie kontinentale biogeographische Herkunft sind validierte DNA-Testsysteme und statistische Vorhersagemodelle verfügbar. In Bezug auf statistische Kennwerte von Testgenauigkeit lässt sich feststellen, dass die AUC-Werte (AUC, "area under the curve") je nach Vorhersagemodell und Farbkategorie für Augenfarbe bei 0,74-0,99, für Haarfarbe bei 0,64-0,94 und für Hautfarbe bei 0,72-0,99 liegen, wohingegen die zugehörigen positiven prädiktiven Werte (PPV) niedriger ausfallen. Die empirische sozialwissenschaftliche Forschung zu forensischen DNA-Technologien hat gezeigt, dass der Schutz von Privatsphäre und vor Diskriminierung wichtige ethische und regulatorische Erwägungen sind.
Schlussfolgerungen: Es ist unbedingt zu empfehlen, alle drei Verfahren der forensischen DNA-Phänotypisierung, Vorhersage von (1) Aussehensmerkmalen, (2) biogeographischer Herkunft und (3) Alter, gemeinsam in der erweiterten forensischen DNA-Analyse gesetzlich zu regeln und praktisch zu nutzen. Vor dem Einsatz der erweiterten forensischen DNA-Analyse müssen Vorkehrungen getroffen werden, um Risiken bezüglich Schutz von Privatsphäre und vor Diskriminierung zu minimieren, sowie Transparenz und Verhältnismäßigkeit der Anwendung sicherzustellen.
Titel in ÜbersetzungErweiterte forensische DNA-Analyse zur Vorhersage von Aussehen und biogeografischer Herkunft
OriginalspracheEnglisch
Seiten (von - bis)873-880
Seitenumfang8
FachzeitschriftDeutsches Ärzteblatt international
Jahrgang116
Ausgabenummer51-52
DOIs
PublikationsstatusVeröffentlicht - 23 Dez. 2019

ÖFOS 2012

  • 506017 Wissenschafts- und Technologiepolitik
  • 506005 Forschungspolitik
  • 305102 DNA-Analyse (Gerichtsmedizin)

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Zitationsweisen