Was Kollegen zu Peter Handkes Literaturnobelpreis einfällt

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Abstract

"Den Literaturnobelpreis zu bekommen, ist für einen Schriftsteller doch die größte Schande überhaupt" - als Knausgård diesen Satz in seinem Opus Magnum "Min Kamp" schrieb, ahnte er wohl nicht, wie sehr ihm die Entscheidung des Nobelpreiskomitees 2019 nachträglich recht geben würde. Handkes Tabubruch besteht unter anderem darin, einem medialen Diskurs, der für sich Eindeutigkeit beanspruchte, etwas Uneindeutiges entgegenzusetzen; dort Fragen zu stellen, wo vermeintlich Schwarz-Weiß-Gewissheiten herrschten.

Handkes literarisches Werk ist nobelpreiswürdig, auch wenn der Autor unentschuldbare Irrtümer begangen hat, die er von seiner Trotzecke aus nicht als solche anerkennen will oder kann. Der Wunsch, die Debatte möge dazu führen, dass mehr Literatur gelesen würde, ist leider nur ein frommer Wunsch. Die zum Teil niveaulos und aggressiv geführte Debatte hat ein weiteres Mal aufgezeigt, wie tief die Wunden des Jugoslawien-Kriegs sind.

OriginalspracheDeutsch
Seitenumfang1
FachzeitschriftDie Presse Spectrum
PublikationsstatusVeröffentlicht - 9 Dez. 2019

ÖFOS 2012

  • 602051 Translationswissenschaft

Schlagwörter

  • Handke
  • Literaturnobelpreis
  • Österreichische AutorInnen

Zitationsweisen