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Wie lässt sich konstruktiv mit verhärteten Wissenskonflikten umgehen?

Veröffentlichungen: Working Paper

Abstract

Die Pandemie hat gezeigt, wie schnell die Wissenschaft zum Gegenstand öffentlicher Konflikte und Attacken werden kann, wenn Expertise zur zentralen politischen Ressource wird. Daraus ergeben sich zwei grundsätzliche Fragen: (1) Warum trägt eine Verwissenschaftlichung von Konflikten nicht zu deren Lösung bei? (2) Und wie lässt sich ein konstruktiver politischer Dialog über wissenschaftsbasierte Themen dennoch stärken? Die erste Frage wird im qualitativen Teil der Studie behandelt: Es wird gezeigt, dass in hochgradig verwissenschaftlichten Krisen alle Konfliktparteien sich auf Expert:innen (oder Pseudoexpert:innen) berufen. Der Konflikt wird selbst zum Mittel, um epistemische Autorität dort, wo eine institutionelle Basis fehlt, situativ zu behaupten. Dies erklärt das Desinteresse der Maßnahmengegner:innen an einer Konfliktlösung. Im quantitativen Teil der Studie wird die zweite Frage diskutiert: Anhand von Survey-Experimenten wird gezeigt, dass sich das Vertrauen in die Wissenschaft steigert, wenn die politikberatenden Expert:innen nicht von der Regierung, sondern von der Wissenschaft selbst ausgewählt werden. Außerdem spielt der Kommunikationsstil der Expert:innen eine wichtige Rolle: Vertrauen entsteht dort, wo sie nicht als missionsgetriebene Aktivist:innen auftreten, sondern als bescheidene Berater:innen, die der Politik verschiedene, gut begründete Handlungsoptionen eröffnen. Allerdings haben Expert:innen im Fall stark politisierter Themen sowieso einen schweren Stand, wie der Vergleich mit politisch unbelasteten Themen zeigt.
OriginalspracheDeutsch
ErscheinungsortWien
Herausgeber*inÖsterreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
Seitenumfang48
DOIs
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2025

Publikationsreihe

ReiheITA Project Reports
NummerITA-25-02
ISSN1819-1320

UN SDGs

Dieser Output leistet einen Beitrag zu folgendem(n) Ziel(en) für nachhaltige Entwicklung

  1. SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen
    SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen
  2. SDG 9 – Industrie, Innovation und Infrastruktur
    SDG 9 – Industrie, Innovation und Infrastruktur
  3. SDG 16 – Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen
    SDG 16 – Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen

ÖFOS 2012

  • 509017 Wissenschaftsforschung
  • 504007 Empirische Sozialforschung
  • 211917 Technikfolgenabschätzung
  • 508016 Wissenschaftskommunikation

Zitationsweisen