Abstract
Sehr gern, Juliane! Hier ein prägnantes Abstract (12 Zeilen):
Der Aufsatz plädiert für eine Wiederbelebung des klassischen sozialhistorischen „Zählens“ und „Vergleichens“ im Zeichen des Computational Turn – jedoch verschränkt mit den Sensibilitäten des Cultural, feministischen und postkolonialen Turns. Er zeigt, wie KI-gestützte Verfahren (HTR, LLMs, Embeddings) und neue Datenmodelle serielle Überlieferungen in bislang ungekanntem Umfang erschließen, ohne die mikrohistorische Tiefenschärfe zu ersetzen. Am Beispiel venezianischer Kriminalprotokolle (Avogadori di Comùn) wird illustriert, wie statistische Serienanalyse Hypothesen zur Kriminalisierung von Sklav*innen belastbarer prüft. Zugleich wird mit GRAPH-GRAM ein graphenbasiertes, am Simple Event Model orientiertes Vergleichsdesign skizziert, das nicht von etischen Kategorien, sondern von emischen Handlungs- und Bedeutungsstrukturen ausgeht. Der Beitrag fordert dafür eine doppelte Literalität: archival literacy (Quellenkritik, historische Semantik) und computational literacy (Datenmodellierung, Algorithmik). Nur ihr Zusammenspiel macht Modell-Bias sichtbar und erlaubt ein Re-Engineering digitaler Ontologien. Methodisch eröffnet dies eine transversal vergleichende Sozialgeschichte, die Praktiken von Zwang und Arbeit korpusübergreifend analysiert. Wissenschaftspolitisch plädiert der Text für kollaborative Arbeitsformen, offene Repositorien und die Anerkennung digitaler Outputs – damit Sozialgeschichte als kritisch-erklärende, empirisch belastbare Wissenschaft im digitalen Zeitalter handlungsfähig bleibt.
Der Aufsatz plädiert für eine Wiederbelebung des klassischen sozialhistorischen „Zählens“ und „Vergleichens“ im Zeichen des Computational Turn – jedoch verschränkt mit den Sensibilitäten des Cultural, feministischen und postkolonialen Turns. Er zeigt, wie KI-gestützte Verfahren (HTR, LLMs, Embeddings) und neue Datenmodelle serielle Überlieferungen in bislang ungekanntem Umfang erschließen, ohne die mikrohistorische Tiefenschärfe zu ersetzen. Am Beispiel venezianischer Kriminalprotokolle (Avogadori di Comùn) wird illustriert, wie statistische Serienanalyse Hypothesen zur Kriminalisierung von Sklav*innen belastbarer prüft. Zugleich wird mit GRAPH-GRAM ein graphenbasiertes, am Simple Event Model orientiertes Vergleichsdesign skizziert, das nicht von etischen Kategorien, sondern von emischen Handlungs- und Bedeutungsstrukturen ausgeht. Der Beitrag fordert dafür eine doppelte Literalität: archival literacy (Quellenkritik, historische Semantik) und computational literacy (Datenmodellierung, Algorithmik). Nur ihr Zusammenspiel macht Modell-Bias sichtbar und erlaubt ein Re-Engineering digitaler Ontologien. Methodisch eröffnet dies eine transversal vergleichende Sozialgeschichte, die Praktiken von Zwang und Arbeit korpusübergreifend analysiert. Wissenschaftspolitisch plädiert der Text für kollaborative Arbeitsformen, offene Repositorien und die Anerkennung digitaler Outputs – damit Sozialgeschichte als kritisch-erklärende, empirisch belastbare Wissenschaft im digitalen Zeitalter handlungsfähig bleibt.
| Originalsprache | Deutsch |
|---|---|
| Titel | (Wiener) Profile der Sozialgeschichte |
| Untertitel | in memoriam Michael Mitterauer und als Hommage an Franz X. Eder |
| Redakteure*innen | Michaela Hafner, Margareth Lanzinier, Annemarie Steidl, Juliane Schiel |
| Seitenumfang | 23 |
| Publikationsstatus | Angenommen/In Druck - 1 Dez. 2026 |
Publikationsreihe
| Reihe | Sozial- und wirtschaftshistorische Studien |
|---|
ÖFOS 2012
- 601029 Sozialgeschichte
- 601008 Geschichtswissenschaft
Zitationsweisen
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