Anpassung und Wohlbefinden in späteren Phasen der COVID-19 Pandemie – Ein Vergleich zwischen Österreich und Kroatien

Irina Zrnic Novakovic, Alina Streicher, Dean Ajdukovic, Marina Ajdukovic, Jana Kiralj Lacković, Annett Lotzin, Brigitte Lueger-Schuster

Publications: Contribution to journalMeeting abstract/Conference paperPeer Reviewed

Abstract

Hintergrund: Viele Studien widmeten sich der psychischen Gesundheit während der COVID-19
Pandemie, wobei die Veränderungen der psychischen Gesundheit in späteren Pandemiephasen
kaum erforscht wurden. Das Ziel dieser Studie war daher, die Langzeitverläufe der Anpassungs-
störungssymptome und des subjektiven Wohlbefindens besser zu verstehen und mögliche Län-
derunterschiede zu identifizieren.
Methode: Die Stichprobe umfasste N = 1144 Teilnehmer:innen aus Österreich und Kroatien, die
zwischen Juni 2020 und Jänner 2022 viermal online befragt wurden. Die Veränderungen von
Wohlbefinden und Symptomen einer Anpassungsstörung wurden mittels latenter Wachstums-
kurvenmodelle untersucht.
Ergebnisse: Die geschätzte Prävalenz von Anpassungsstörungen lag zwischen 9.8 % and 15.1 %.
Über die Zeit hinweg nahmen die Anpassungsstörungssymptome tendenziell zu, während sich
für das Wohlbefinden eine sinkende Tendenz zeigte. Zu Untersuchungsbeginn gaben Frauen
aus beiden Ländern, Teilnehmer:innen aus Österreich sowie jene mit niedrigerem Einkommen
höhere Anpassungsstörungssymptome an, während ältere Teilnehmer:innen und jene aus Kroa-
tien ein höheres Wohlbefinden berichteten. In allen Modellen und über alle Messzeitpunkte
hinweg waren depressive Symptome und Angstsymptome prädiktiv für Anpassungsstörungs-
symptome und Wohlbefinden.
Schlussfolgerung: Die Reaktionen auf die pandemiebedingten Belastungen unterscheiden sich
je nach personen- und länderbezogenen Faktoren. Notwendig erscheint einerseits eine breit-
angelegte Kampagne zur Erhöhung der Bewältigungskompetenz in der Allgemeinbevölkerung.
Anderseits sollten sekundärpräventive Maßnahmen ergriffen werden, um vulnerable Gruppen
in Krisensituationen bestmöglich zu unterstützen.
Original languageGerman
JournalTrauma und Gewalt
Publication statusPublished - 2024

Austrian Fields of Science 2012

  • 501010 Clinical psychology

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