Abstract
Die wachsende Präsenz der Muslime in Österreich stellt unsere Gesellschaft vor Herausforderungen, die in dieser Form in der jüngeren Geschichte einzigartig sind. Dennoch ist eine sachliche Auseinandersetzung damit offensichtlich schwer zu führen–jede Debatte gleitet schnell in wechselseitige Bezichtigungen ab: So werden aufseiten der „Aufnahmegesellschaft“ Vorwürfe der Art laut, der islamischen Theologie mangle es an integrationsfähigen Impulsen oder die Muslime würden sich jeglichen Integrationsbemühungen prinzipiell verweigern. Den Muslimen ihrerseits scheint die Opferrolle, in die sie sich gedrängt sehen, nicht unwillkommen zu sein, erlaubt sie ihnen doch ein Festhalten an dem Narrativ, dass sie in Europa deswegen unerwünscht seien und der Islam deswegen rekämpft werde, weil die hiesigen Gesellschaften die Überlegenheit des Islam nicht ertragen könnten.Beide Positionen finden ihre Anhänger an den äußersten Rändern beider Seiten –für rechte Kräfte stellt die Präsenz der Muslime eine Gefährdung des Bestands der Nation dar, für
Extremisten auf muslimischer Seite geht Integration mit dem Verlust der wahren Religiosität einher –eine Ansicht, die es ihnen erlaubt, unter dem Vorwurf der „Islamophobie“ alte,antiwestliche Ressentiments wiederaufleben zu lassen.
In diesem Spannungsfeld versucht die vorliegende Vorstudie, die die Erziehung muslimischer Kinder in den Kindergärten/Kindergruppen in Wien zum egenstand hat, die Debatte um die islamischen Kindergärten auf einer sachlichen
Ebene zu führen. Fernab jeglicher Bestrebungen,der einen oder der anderen Seite Material zur Untermauerung ihrer Positionen zu liefern, möchte sie –
wissenschaftlich begründet –auf bestimmte Entwicklungen hinweisen, um so
einen Beitrag zur Qualitätsentwicklung muslimischer Kindergärten zu eisten, die in erster Linie daran zu bemessen sein wird, ob die Kinder ihren Bezug zur Gesellschaft wahren und sich in Österreich heimisch fühlen können
Diese innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne als Pilotprojekt durchgeführt
e Vorstudie weist vorerst auf Tendenzen in den muslimischen Kindergärten und Kindergruppen hin. Um diese Tendenzen vertiefend analysieren bzw. verstehen zu können, sind sicherlich weitere Untersuchungen erforderlich.
So wenig wir mit dieser Vorstudie irgen dwelche politischen Positionen begünstigen wollen, so sehr sind wir uns dessen bewusst, dass sich eine interessengeleitete Aufnahme ihrer Ergebnisse nicht vermeiden lassen wird. Wir würden uns jedoch wünschen, dass jegliche politische Diskussion nicht auf Kosten der betroffenen Kinder geführt wird –unsere Aufgabe sehen wir einzig und allein darin, eine sachliche Debatte im Rahmen einer universitären und der Gesellschaft verpflichteten Ideologiekritik darüber in Gang zu setzen, wie sich die Situation der Kindergärten in Wien verbessern ließe, damit die Kinder die Gesellschaft nicht als Bedrohung, sondern als Chance und als Heimat wahrnehmen und sich darin wohlfühlen können.Eine Vorstudie
wie diese kann nicht durchgeführt werden ohne tatkräftige individuelle
und institutionelle Unterstützung, die uns glücklicherweise zuteil geworden ist.
Extremisten auf muslimischer Seite geht Integration mit dem Verlust der wahren Religiosität einher –eine Ansicht, die es ihnen erlaubt, unter dem Vorwurf der „Islamophobie“ alte,antiwestliche Ressentiments wiederaufleben zu lassen.
In diesem Spannungsfeld versucht die vorliegende Vorstudie, die die Erziehung muslimischer Kinder in den Kindergärten/Kindergruppen in Wien zum egenstand hat, die Debatte um die islamischen Kindergärten auf einer sachlichen
Ebene zu führen. Fernab jeglicher Bestrebungen,der einen oder der anderen Seite Material zur Untermauerung ihrer Positionen zu liefern, möchte sie –
wissenschaftlich begründet –auf bestimmte Entwicklungen hinweisen, um so
einen Beitrag zur Qualitätsentwicklung muslimischer Kindergärten zu eisten, die in erster Linie daran zu bemessen sein wird, ob die Kinder ihren Bezug zur Gesellschaft wahren und sich in Österreich heimisch fühlen können
Diese innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne als Pilotprojekt durchgeführt
e Vorstudie weist vorerst auf Tendenzen in den muslimischen Kindergärten und Kindergruppen hin. Um diese Tendenzen vertiefend analysieren bzw. verstehen zu können, sind sicherlich weitere Untersuchungen erforderlich.
So wenig wir mit dieser Vorstudie irgen dwelche politischen Positionen begünstigen wollen, so sehr sind wir uns dessen bewusst, dass sich eine interessengeleitete Aufnahme ihrer Ergebnisse nicht vermeiden lassen wird. Wir würden uns jedoch wünschen, dass jegliche politische Diskussion nicht auf Kosten der betroffenen Kinder geführt wird –unsere Aufgabe sehen wir einzig und allein darin, eine sachliche Debatte im Rahmen einer universitären und der Gesellschaft verpflichteten Ideologiekritik darüber in Gang zu setzen, wie sich die Situation der Kindergärten in Wien verbessern ließe, damit die Kinder die Gesellschaft nicht als Bedrohung, sondern als Chance und als Heimat wahrnehmen und sich darin wohlfühlen können.Eine Vorstudie
wie diese kann nicht durchgeführt werden ohne tatkräftige individuelle
und institutionelle Unterstützung, die uns glücklicherweise zuteil geworden ist.
| Original language | German |
|---|---|
| Media of output | Online |
| Publication status | Published - 2016 |
Austrian Fields of Science 2012
- 503024 Religious education
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