Abstract
Das österreichische Recht hat sich lange Zeit durch einen ausgesprochen reaktionären Zugang ausgezeichnet. Dass Sexualität genossen werden darf, war ihm gänzlich fremd. Die Entwicklung hin zu einem dafür offenen Verständnis gestaltete sich langwierig und mühselig. Entsprechend ist die „sexuelle Autonomie“ in Österreich ein recht „spätes“ Rechtsgut – die erste Erwähnung in Gesetzesmaterialien datiert aus 1989. Noch länger hat es gedauert, bis die überkommene Begrifflichkeit von „Sittlichkeit“ und „Unzucht“ mit den entsprechenden Konnotationen weitgehend entsorgt wurde. Allein im aus 1950 stammenden Pornographiegesetz ist sie noch zu finden: Darin wird auch heute noch der Handel mit „unzüchtigen“ Darstellungen verboten, und die Gefährdung der Entwicklung von Jugendlichen „durch Reizung der Lüsternheit oder Irreleitung des Geschlechtstriebes“ soll hintangehalten werden.
Der vorliegende Text greift einige Motive aus der Geschichte des rechtlichen Umgangs mit sexuellen Handlungen auf. Er ist von der Anlage her anekdotisch und assoziativ, erhebt also keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Vielmehr sollen einige Schlaglichter auf besonders grelle Begebenheiten geworfen werden, welche die Verstrickungen des rechtlichen Diskurses mit reaktionären und lustfeindlichen Perspektiven auf menschliche Sexualität exemplarisch verdeutlichen. Es ist dem hartnäckigen Wirken politischer Aktivist’innen zu verdanken, dass sich das ändern konnte; inwiefern hier auch der Genuss eine Rolle spielt, soll gegen Ende des Textes gezeigt werden.
Der vorliegende Text greift einige Motive aus der Geschichte des rechtlichen Umgangs mit sexuellen Handlungen auf. Er ist von der Anlage her anekdotisch und assoziativ, erhebt also keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Vielmehr sollen einige Schlaglichter auf besonders grelle Begebenheiten geworfen werden, welche die Verstrickungen des rechtlichen Diskurses mit reaktionären und lustfeindlichen Perspektiven auf menschliche Sexualität exemplarisch verdeutlichen. Es ist dem hartnäckigen Wirken politischer Aktivist’innen zu verdanken, dass sich das ändern konnte; inwiefern hier auch der Genuss eine Rolle spielt, soll gegen Ende des Textes gezeigt werden.
| Original language | German |
|---|---|
| Title of host publication | Geschlechtergeschichten vom Genuss |
| Subtitle of host publication | Zum 60. Geburtstag von Gabriella Hauch |
| Editors | Theresa Adamski, Doreen Blake, Veronika Duma, Veronika Helfert, Michaela Neuwirth, Tim Rütten, Waltraud Schütz |
| Place of Publication | Wien / Berlin |
| Publisher | Mandelbaum Verlag |
| Pages | 249-261 |
| Number of pages | 13 |
| ISBN (Print) | 978-3-85476-856-2 |
| Publication status | Published - 10 Oct 2019 |
UN SDGs
This output contributes to the following UN Sustainable Development Goals (SDGs)
-
SDG 16 Peace, Justice and Strong Institutions
Austrian Fields of Science 2012
- 504014 Gender studies
- 505014 Legal history
- 505024 Criminal law
- 505033 Anti-discrimination law
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