Abstract
Ein wesentliches Kennzeichen der nationalsozialistischen Terrorherrschaft war
die Ausbeutung der Arbeitskraft. Neben dem erzwungenen Arbeitseinsatz von
Häftlingen der Konzentrationslager schätzt man, dass insbesondere in den letzten
Kriegsjahren bis zu 20 Millionen Menschen, seien es sogenannte Zivilarbeitende
oder Kriegsgefangene, Zwangsarbeit in der Landwirtschaft, in der gewerblichen
Produktion und besonders in der Rüstungsindustrie leisten mussten. Dass auch
Steinbrüche ein Ort der nationalsozialistischen Zwangsarbeit gewesen sind, zeigen
nicht zuletzt die Steinbrüche bei den Konzentrationslagern Mauthausen (Oberösterreich),
Flossenbürg (Bayern, Deutschland) oder Natzweiler (Elsass, Frankreich).
Granit wurde für die Errichtung von repräsentativen Gebäuden benötigt,
aber auch zu Pflastersteinen und Schotter verarbeitet und für den Bau von Straßen
oder anderen Infrastrukturmaßnahmen verwendet.
Eine ähnliche Funktion hatte der Granitsteinbruch in Roggendorf, der nicht
nur in nationalsozialistischer Zeit, sondern schon im späteren 19. Jahrhundert und
in der Nachkriegszeit betrieben wurde.1 Diese wenigen Hintergrundinformationen
mögen zeigen, dass Spuren des Steinbruches nicht nur in die nationalsozialistische
Zeit zu datieren sind, sondern auch andere, ältere und jüngere Epochen
abdecken. Besonders bereits vorhandene Werkareale und Maschinen werden
sowohl in nationalsozialistischer Zeit wie in der Nachkriegszeit weiter genutzt
worden sein. Abgesehen von dem Steinbruch selbst, gilt das ebenso für die sich im
Umfeld befindlichen Gebäude und andere Infrastruktureinrichtungen, seien es die
Bahntrasse, Wege und weitere Werkseinrichtungen.
die Ausbeutung der Arbeitskraft. Neben dem erzwungenen Arbeitseinsatz von
Häftlingen der Konzentrationslager schätzt man, dass insbesondere in den letzten
Kriegsjahren bis zu 20 Millionen Menschen, seien es sogenannte Zivilarbeitende
oder Kriegsgefangene, Zwangsarbeit in der Landwirtschaft, in der gewerblichen
Produktion und besonders in der Rüstungsindustrie leisten mussten. Dass auch
Steinbrüche ein Ort der nationalsozialistischen Zwangsarbeit gewesen sind, zeigen
nicht zuletzt die Steinbrüche bei den Konzentrationslagern Mauthausen (Oberösterreich),
Flossenbürg (Bayern, Deutschland) oder Natzweiler (Elsass, Frankreich).
Granit wurde für die Errichtung von repräsentativen Gebäuden benötigt,
aber auch zu Pflastersteinen und Schotter verarbeitet und für den Bau von Straßen
oder anderen Infrastrukturmaßnahmen verwendet.
Eine ähnliche Funktion hatte der Granitsteinbruch in Roggendorf, der nicht
nur in nationalsozialistischer Zeit, sondern schon im späteren 19. Jahrhundert und
in der Nachkriegszeit betrieben wurde.1 Diese wenigen Hintergrundinformationen
mögen zeigen, dass Spuren des Steinbruches nicht nur in die nationalsozialistische
Zeit zu datieren sind, sondern auch andere, ältere und jüngere Epochen
abdecken. Besonders bereits vorhandene Werkareale und Maschinen werden
sowohl in nationalsozialistischer Zeit wie in der Nachkriegszeit weiter genutzt
worden sein. Abgesehen von dem Steinbruch selbst, gilt das ebenso für die sich im
Umfeld befindlichen Gebäude und andere Infrastruktureinrichtungen, seien es die
Bahntrasse, Wege und weitere Werkseinrichtungen.
| Original language | German |
|---|---|
| Title of host publication | Spuren lesbar machen |
| Editors | Edith Blaschitz, Martin Krenn |
| Place of Publication | Innsbruck |
| Publisher | Studien-Verl. |
| ISBN (Print) | 9783706564519 |
| Publication status | Published - 2025 |
Austrian Fields of Science 2012
- 601003 Archaeology
Keywords
- conflict archaeology
- contemporary archaeology
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