Abstract
Smartphone-Apps sind der zentrale Schauplatz unseres digitalen Alltags. Apps, die explizit psychische Gesundheit, Gefühle und Wohlbefinden adressieren, sind heute weit verbreitet. Damit werden dezidiert psychologische Themen im Medium App verhandelt. Doch wie lässt sich Mensch-App-Interaktion kulturpsychologisch verstehen – und entsprechend empirisch erforschen? Um zu analysieren, wie in diesem Medium Sinn vermittelt bzw. konstituiert wird, beleuchten wir zunächst die einzelnen medialen Ebenen von Apps: Sie fungieren als Bildmedien mit graphischen User-Interfaces bzw. Touchscreens. Sie beinhalten Bilder (Graphiken, Fotos, Icons usw.) sowie visuelle Symbolsysteme (Text und Zahlen) und sie sind interaktiv-responsive Handlungsprogramme, die Input erfordern und Output erzeugen. Unsere exemplarische Analyse der Mood Tracking App Daylio mit der Frage nach Subjektnormen zeigt, wie diese Modalitäten verschränkt sind. Ob und wie diese medialen Sinnangebote in der Praxis realer Nutzer*innen Relevanz entfalten, erfordert wiederum einen eigenen empirischen Zugang. Hierzu analysieren wir zwei User*innen-Interviews. In den Ergebnissen wird deutlich, dass erst mit einer beidseitigen Betrachtung die Praxis zwischen Menschen und Apps als interaktiver, sinnhafter Prozess rekonstruierbar ist. Damit ist einen Zugang zum Verständnis medial strukturierter Selbst- und Weltverhältnisse eröffnet.
| Original language | German |
|---|---|
| Pages (from-to) | 83-107 |
| Number of pages | 25 |
| Journal | Journal für Psychologie: Theorie - Forschung - Praxis |
| Volume | 33 |
| Issue number | 2 |
| Publication status | Published - Dec 2025 |
Austrian Fields of Science 2012
- 501012 Media psychology
- 508009 Media research
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